FKM-News Tag 3: Kino entwickeln
Traditionell auf der Filmkunstmesse und wo ginge es auch besser als bei der Messe: die AG Kino versammelt sich zur Mitgliederversammlung und der Vorstand steht Rede und Antwort. .
In diesem Jahr stand keine Neuwahl an, so dass sich der aktuelle Vorstand auf der Treppe zur Alten Handelsbörse versammelte
Zahlen Daten Fakten
Traditionell auf der Filmkunstmesse: präsentieren die FFA und Comscore/Rentrak ihre Zahlen und was sie daraus ablesen. Insbesondere der Blick in die kommenden Monate ist für die Besucherinnen und Besucher des Panels von Interesse. War es im letzten Jahr noch ein hehres Ziel die 100 Mio. Marke bei den Tickets wieder zu erreichen, scheint dies in diesem Jahr Dank guter Filme aber auch den Anstrengungen der Kinos möglich zu werden.
Aber es ging auch, darum, einen genauen Blick ins Publikum zu werfen: Der durchschnittliche Kinobesuchende in Deutschland wird älter. Gleichzeitig entdeckt weltweit die Gen-Z das Kino für sich. Wie entwickelt sich nun der Kinobesuch und worauf sollten sich Kinos einstellen?
Auch die Die Entscheidungswege des Kinopublikums haben sich radikal gewandelt. Früher war das Kino ein exklusiver Abspielort für Filme und ein Besuch naheliegend. Heute muss das Kino erst im „Relevant Set“ der Freizeitplanung landen. Potenzielle Besucher*innen wägen heutzutage immer stärker ab, ob ein Film auch „kinowürdig“ ist. Was genau „Kinowürdigkeit“ für die Bevölkerung bedeutet und wie das Publikum in Deutschland lokale Produktionen wahrnimmt, erläuterten Norina Lin-Hi (Leitung Strategie und Analyse) und Susanne Aleixo (Referentin Marktforschung und Statistik) auf Basis einer umfassenden, durch die FFA in Auftrag gegebenen Studie. Angereichert wurde ihre Präsentation durch exklusive Auswertungen zu Programmkinos. Die Programmkinostudie der FFA hier zum Download.
Aktuelle Daten zur Marktentwicklungen (national und international) kamen von Bernd Zickert und Nathalie Kaiser (Rentrak). Christian Bräuer moderierte.
Geschäftsmodell (Arthouse-)Kino
Ein gewerbliches Kino zu betreiben, bedeutet auch bestimmte betriebswirtschaftliche Kennzahlen zu erfüllen. Doch wie funktioniert eigentlich unser Geschäftsmodell, wenn Personal-, Energie- und Marketingkosten, Einkaufspreise oder Leihmieten steigen?
Das Seminar beschäftigte sich mit den grundlegenden Kennzahlen, die für den Erfolg eines Betriebes wichtig sind, aber z.B. auch für die Frage einer Betriebsübergabe eine Rolle spielen.
Felix Bruder gab zunächst in einem Impuls einen Überblick: Wer wir sind – ein Blick auf die Arthouse-Kinos: Besucher, Umsätze, Betriebsstrukturen. Es folgte ein weiterer Impulsvortrag von Daniel Charigault, Cineways: Kino-Kennzahlen, die wirklich wichtig sind. Und schließlich gab Thilo Pickartz, rmc media & consult den letzten Impuls: Wie gelingt die Versöhnung von Kultur und Ökonomie? Von den Grundanforderungen und Instrumenten bis zum Mind-Set der Verantwortlichen. Nach den Impulsen blieb Zeit, Themen zu vertiefen und Fragen zu beantworten. Christian Pfeil moderierte.
Haltung zeigen, Haltungen aushalten
Viele Kinos sehen sich im Alltag und bei ihren Programmentscheidungen mit politischen Akteuren konfrontiert. Kino ist ein offener Ort des Austausches und die Filme sollen auch politisch sein. Doch wie ist das in Zeiten, in denen politische Diskussionen, getriggert durch die digitalen Medien immer härter geführt werden. Immer öfter geraten auch Kinos als Veranstaltungsorte zwischen die Fronten von Interessengruppen. Schnell entstehen öffentliche Kampagnen bis hin zu Anfeindungen aus unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Lagern.
In einem offenen Austausch konnten Kinobetreibende von ihren Erfahrungen berichten. Gottfried Haufe, spezialisiert auf Events mit interdisziplinärem Blick auf politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Fragen an unsere Gesellschaft, moderierte.
Partnertreffpunkt
Die Filmkunstmesse hat keine Ausstellungsflächen. Trotzdem wollen wir die Fachbesucher mit unseren Partnern zusammenbringen. Bereits zum zweiten Mal konnten diese sich exklusiv mit kleinen Gesprächsinseln präsentieren.
Mit dabei waren:
Filmförderungsanstalt FFA Gofilex Cineville Pharos Airscreen
Female Spirit
Der Mittwochnachmittag gehört dem weiblichen Filmschaffen. Seit 2015 gibt es das inzwischen bundesweit organisierte Netzwerk der Kinofrauen. Es geht uns darum, Filme mit innovativen und zeitgemäßen Frauenbildern nach vorne zu bringen. Die Kinofrauen arbeiten für ein gendergerechtes Kinoprogramm in den Netzwerkkinos.
Zu Gast waren die Regisseurinnen Sophie Heldman (Eine Schule für Jane Cummings), Ina Balon (Plan F) und Mariko Minoguchi (Die andere Seite).
Nachwuchsstammtisch
Die Branche verjüngt sich weiter! Über 400 Fachbesuchende sind in 2026 zum ersten Mal bei der Filmkunstmesse akkreditiert. Das zeigt, dass es viele neue Gesichter gibt, die sich beim traditionellen Nachwuchsstammtisch kennenlernen können. Er fand diesmal in der Moritzbastei statt und wurde wie immer gut genutzt.