Das Panel- und Seminarprogramm der 26. Filmkunstmesse 2026

Kino ist erfolgreich! Das hat sich im vergangenen Jahr an den Besucherzahlen gezeigt. Dieser Erfolg liegt an guten und attraktiven Filmen, aber auch am Innovationswillen der Kinobetreibenden. Die Filmtheater sind Orte von Menschen für Menschen in einer Welt, die durch die Digitalisierung zunehmend anonym wird. Sie sind Treffpunkte für die Gesellschaft und gestalten das kulturelle Leben in den Kommunen mit.

In einem stark veränderten Filmmarkt nimmt das Kino wieder einen besonderen Platz ein. Große Studios setzen wieder verstärkt auf die Auswertung auf der großen Leinwand. Kleine Produktionen erobern durch social media Hypes ihr (vor allem jüngeres) Publikum. Die Kinos müssen diese Entwicklungen mitgestalten. Orte und Programm müssen attraktiv sein für die jeweiligen Zielgruppen und die Menschen müssen sich willkommen fühlen. Deshalb treten die Kinoverbände auch weiterhin für eine nachhaltige Investitionsförderung für Kinos in Form des Zukunftsprogramms Kino des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) ein.

Um erfolgreich Kinoarbeit zu leisten, braucht es aber auch immer wieder einen frischen Blick und neue Ideen. Die Filmkunstmesse ist deshalb nicht nur das Schaufenster für die neuesten Filme der nächsten Monate. Sie bietet den Kinobetreibenden auch vielfache Impulse, wie ein Filmtheater zeitgemäß gestaltet, organsiert und geführt werden kann. Austausch und Netzwerken bringen neue Ideen und Motivation, die am Ende den Erfolg des Kinos ausmachen.

Panels und Seminare

Im Fokus am Dienstag, 15.09.2026 steht auch in diesem Jahr das Politische Panel.

Filmförderreform: Erfolgreichere Filme? Mehr Publikum?

Seit Anfang 2025 ist das neue Filmförderungsgesetz (FFG) in Kraft. 2026 wurde die Insentivierung für Produzenten erhöht und die Investitionsverpflichtung eingeführt. Auch die Kulturelle Filmförderung des Bundes wurde neu geordnet. Welche Auswirkungen hat dies nun? Gibt es nun tatsächlich erfolgreichere Kinofilme? Welche Rolle spielt eigentlich das Kino?

Panelisten: Christian Bräuer (AG Kino – Gilde, Yorck Kino GmbH) Björn Hoffmann (AG Verleih, Pandora Film) Janine Jackowski (Komplizen Film) Holger Mann (MdB, SPD) Jan-Ole Püschel (Abteilungsleiter beim BKM) Moderation: Nhi-Le

Kinomanagement

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Management eines Kinos. Auf einem Panel werden Kinobetreibende ihre unterschiedlichen Strategien präsentieren, wie sie ihren Ort und ihr Programm individuell gestalten und wie sie die Kundenzufriedenheit in den Fokus rücken. Impulsgeber sind dabei Betreibende aus den Arthouse-Kinos Frankfurt und Mainz, dem brandneuen Admiral-Kino in Nürnberg und der immer wieder ausgezeichneten Cinema&Kurbelkiste in Münster.

Ein Seminar zu betriebswirtschaftlichen Aspekten des Kinobetriebes wirft einen Blick auf Kennzahlen und Umsatztreiber sowie auf die Herausforderungen, die mit steigenden Kosten verbunden sind.

Seit 4 Jahren sind die Kinodoktoren nun in unterschiedlichsten Kinotypen unterwegs. Kein Kino ist wie das andere und doch gibt es Herausforderungen und Gestaltungsansätze, die für viele Betriebe gelten können. Unter dem Titel Hands on Cinema: Was hakt, was läuft? Neue Erkenntnisse des Kinodoktor Teams aus über 40 Kinobesuchen werden neue Analysen und praktische Beispiele vorgestellt, die für alle hilfreich sind.

Zahlen – Daten – Fakten

Mit wichtigen Zuschauerstudien hat die FFA in diesem Jahr einige Erkenntnisse zusammengetragen. Vor allem die Frage wird beleuchtet, wie man jene Menschen erreicht, die kaum noch ins Kino gehen. Rentrak (Comscore) wird ebenfalls wieder einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen geben.

Haltung zeigen – Haltungen aushalten

Kinos sind „Orte der Vielfalt“, „Räume der Begegnung“. Diese Feststellungen begegnen uns in vielen Reden und Stellungnahmen. Doch was heißt das konkret vor Ort, wenn politische Diskussionen heute, getriggert durch die digitalen Medien immer härter geführt werden. Immer öfter geraten auch Kinos als Veranstaltungsorte zwischen die Fronten von Interessengruppen. Schnell entstehen öffentliche Kampagnen bis hin zu Anfeindungen aus unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Lagern.

Welche Erfahrungen haben Kinobetreibende damit und wie gehen sie damit um? Das Seminar bietet keine Lösungen. Kommt mit der Bereitschaft zuzuhören und Perspektiven einzubringen. Vielleicht entsteht am Ende mehr daraus.

Innovation Lab Kino – Verleih

Nach 3 Jahren dieses Formates wird eine Bestandsaufnahme zeigen, wo es inzwischen besser läuft, und wo es noch hakt. In einem offenen Austausch können Themen wie Leihmieten, Programmplanung und Disposition, gemeinsames Marketing, oder auch Daten- und Prozessstandards angesprochen werden. Das KinoConnect Team aus Thilo Pickartz, Jan Runge und Dennis Perlin moderiert Expertenimpulse und Beiträge der Teilnehmenden.

Junges Kino

Der Donnerstag steht wieder im Zeichen des jungen Kinos. Ein aktueller Blick auf die Kinderfilmszene beleuchtet kommende Kinostarts. Wie schafft man gemeinsame Sichtbarkeit für die Filme, auf den großen Leinwänden, damit junge Menschen kino- und filmsozialisiert werden? Welche Materialen braucht man, um vor Kinostart und vor allem während der Kinoauswertung Kinderfilme attraktiv in den Fokus zu rücken? Führende Verleiher werden dazu mit den Betreibenden ins Gespräch kommen. Moderiert wird die Veranstaltung von den ehemaligen Jury Mitglieder der Generation 14plus bei der Berlinale. Am Nachmittag dann geht es darum, wie das Kino zur Plattform für jüngere Menschen wird. Das Publikum im Kino wird derzeit wieder jünger. Ein Trend, den es zu bestärken gilt. Denn in der digitalen Vereinsamung suchen gerade junge Menschen nach echten Treffpunkten und Austausch.

Welche Angebote gibt es, um diesem Trend gerecht zu werden? Was braucht es, um als attraktiver Ort für junge Menschen wahrgenommen zu werden. Im Fokus steht dabei ein Projekt der Vision Kino. Zu Gast sein werden aber auch weitere Stakeholder aus der Kinder- und Jugendfilmarbeit.

Weitere Highlights

Das Netzwerk der Kinofrauen wird sich wieder auf die Sichtbarkeit weiblichen Filmschaffens fokussieren und setzt seine erfolgreiche Reihe am Mittwochabend fort.

Die AG Kino – Gilde wird ihre Projekte für die Kinos vorstellen. Darunter programmkino.de, den digitalen Gildepass, den Kinodoktor, den Europäischen Arthouse-Kinotag und die Schulfilmreihe Cinéfête.

Und schließlich wird das Thema eRechnung bei der Abrechnung von Kino und Verleih aufgegriffen. Durch die Verpflichtung zur elektronischen Rechnung ergibt sich die Chance, Abläufe zu vereinfachen.

Preisverleihungen bei der Filmkunstmesse Leipzig 

MDM-Kinoprogrammpreise 2026

Am Dienstagabend werden die Kinoprogrammpreise 2026 für Mitteldeutschland verliehen. Um die Kinos in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu stärken und ihre engagierte Programmarbeit zu würdigen, stellt die Mitteldeutsche Medienförderung GmbH (MDM) 300.000 Euro für die Kinoprogrammpreise zur Verfügung. Der Hauptpreis für das beste Jahresfilmprogramm beläuft sich bei den gewerblichen Kinos auf 25.000 Euro, bei den alternativen Spielstätten auf 15.000 Euro. Leipzigs Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke (Grüne) begrüßt die Gäste.

Gilde Filmpreise 2026

Am Donnerstag werden die Gilde Filmpreise 2026 verliehen. Ausgezeichnet werden die besten Filme in den Kategorien „national“, „international“, „Dok-Film“, „Kinderfilm“, „Junges Kino“. Eine Jury aus dem Vorstand der AG Kino – Gilde und erfahrenen Kinobetreibenden haben in den letzten Wochen umfangreich Filme bewertet und werden ihre Favoriten für das Jahr 2026 bekanntgeben.

Daneben benennt die Jugendjury ihre Favoriten aus dem Programm der Filmkunstmesse. Erstmals arbeitet die Filmkunstmesse dabei mit den BJF Jugendfilmjurys zusammen. Offizieller Partner der Jugendjury ist in diesem Jahr AIRSCREEN. Der Publikumspreis, gestiftet von PHAROS wird ebenfalls vergeben.

https://filmkunstmesse.de/programm , externer Link